Die Ladesäulen des Deutschlandnetzes sind mehr als nur praktisch. Viele stehen in außergewöhnlich schönen Regionen – und ermöglichen stressfreie Ausflüge und Urlaube.
Ausgedehnte Wälder, unzählige Seen: Wer mit dem Auto nach Mirow kommt, durchfährt das Idyll der Mecklenburgischen Seenplatte. Viele Besucherinnen und Besucher zieht es zunächst zum Mirower Schloss – mit seinem schattigen Park und dem hochbarocken Festsaal eine Sehenswürdigkeit der Region. Auf dem angrenzenden Parkplatz findet sich nun eine weitere Attraktion: vier Stellplätze mit Ladesäulen für Elektroautos. Sie sind heute das erste Ziel von Moritz Högemann, unserem Fotografen für einen Roadtrip durch Deutschland.
Mirow ist ein Standort von Mer Germany im Deutschlandnetz. An mehr als 1.000 Orten baut das Bundesverkehrsministerium über 9.000 Schnellladepunkte mit einer Ladeleistung von bis zu 400 kW. Sie liegen teils städtisch und teils ländlich – und wie in Mirow oftmals an Orten, die ohnehin eine Reise wert sind. Wir zeigen Ihnen sieben weitere Orte im Deutschlandnetz, an denen sich nicht nur das Laden lohnt, sondern auch ein längerer Aufenthalt mit dem Elektroauto.
Dafür haben wir Fotograf Moritz auf die Reise geschickt: quer durch Deutschland und zum ersten Mal vollelektrisch unterwegs. Seine größte Neugier galt der Frage: Reichen Reichweite und Ladeleistung im Alltag wirklich? So viel vorweg: Er wurde überrascht.
Havelberg: Schnellladen in der Hansestadt
Biegt man auf die Stadtinsel Havelberg ein, bietet sich zu allen Seiten eine schöne Aussicht. Rechts erhebt sich die historische Altstadt, links umspült die Havel die geschichtsträchtige Insel mit ihren Backsteinbauten. An ihrem Ufer liegt ein weiterer Standort des Deutschlandnetzes mit vier Ladeplätzen von eliso.
Die Hansestadt Havelberg liegt am nordöstlichen Rand der Altmark – eine der dünnsten besiedelten Regionen Deutschlands mit weiter Natur und pittoresken Städten. Wer hier ein Hausboot mietet oder ein Kajak zu Wasser lässt, kann die Stadt von der Havel aus entdecken. Wer noch mehr über heimische Fließgewässer erfahren will, wird im Haus der Flüsse fündig. E-Autobesitzende können anschließend die vier Schnellladesäulen des Betreibers eliso ansteuern. Fotograf Moritz war erstaunt, wie schnell der Akku wieder geladen war für die Weiterfahrt zum nächsten Ziel. Es geht nach Südwesten.
Harz: Schnellladen, picknicken, Weltkulturerbe bewundern
Am Fuße der imposanten Burgruine Regenstein liegen zwei der 200 Autobahn-Ladeparks des Deutschlandnetzes. Der Betreiber autostrom.plus hat pro Fahrtrichtung vier überdachte Ladepunkte an der A36 errichtet. 15 Autominuten entfernt liegt Quedlinburg – dessen Altstadt mit ihren über 2.000 Fachwerkhäusern zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört.
Nur eine Ausfahrt in die Gegenrichtung liegt Wernigerode. Für viele Urlauberinnen und Urlauber ist die Stadt das Tor zum Harz. Für Fotograf Moritz: „Eine echte Entdeckung!“
Auf den großzügigen Parkplätzen Regensteinblick Süd und Nord befinden sich neben Toiletten auch Picknickbänke. Wie überall im Deutschlandnetz leistet jeder Ladepunkt bis zu 400 kW. Mit dieser Ladeleistung ist der Akku wieder voll, noch bevor das Picknick aufgegessen ist. Und Insassen und Auto sind entweder bereit für den Harz – oder die Weiterfahrt. In Moritz Fall: nach Niedersachen, hoch an die Ems.
Papenburg: Schnellladen, Schiffe gucken und an den Kanälen spazieren
In Sachen Mobilität war die Stadt Papenburg schon immer spitze. Im 19. Jahrhundert stellte die hiesige Werft von Holz- auf Eisenschiffe um, während viele Fachleute skeptisch blieben. Doch Eisenschiffe setzten sich durch und die Papenburger Werft ist bis heute bedeutend. Wenn ein neues Kreuzfahrtschiff ausläuft und die Ems hinab fährt, zieht das Ereignis tausende Besucherinnen und Besucher an. Alle E-Autofahrenden unter ihnen können im Deutschlandnetz schnellladen. Denn mitten in der Stadt, zwischen Einkaufsmärkten und wenige Schritte vom Hauptkanal entfernt, hat E.ON Drive zwölf Ladepunkte errichtet. Sie sind komplett überdacht. Auf den Dächern erzeugen Photovoltaikanlagen Strom. Eine weitere Besonderheit: Eine Anzeigetafel gibt nicht nur weithin sichtbar den Ladepreis bekannt, sondern auch, wie viele Plätze gerade frei sind. Transparenz, die sich Fotograf Moritz auch von anderen Ladestationen wünscht.
Hotels mit Ladesäulen für Elektroautos finden
Immer mehr Hotels bieten ihren Gästen nicht nur Stellplätze, sondern auch Ladepunkte. Prüfen Sie schon vor der Buchung Ihre Möglichkeiten:
Wählen Sie Ihr Hotel oder Ihre Ferienwohnung bewusst aus. Auf vielen Buchungsportalen können Sie gezielt nach Standorten mit Ladestation filtern.
Informieren Sie sich dennoch direkt auf der Website Ihrer Unterkunft, ob es Ladepunkte gibt und ob Sie reservieren können.
Übernachten Sie mitten in der Stadt? Dann suchen Sie vorab nach öffentlichen Ladepunkten rund um Ihren Schlafplatz. Lernen Sie in unserem Artikel, wie Sie Ladestationen finden.
Xanten: Schnellladen zwischen See und historischem Amphitheater
Die alten Römer hatten zwar ein gut entwickeltes Straßennetz, aber keine Elektroautos. In Xanten verbinden sich dennoch beide Welten: Der Deutschlandnetz-Ladepark von EWE Go Hochtief befindet sich nicht nur direkt am See, sondern auch neben dem Archäologischen Park. Im sogenannten Römerpark können Besucherinnen und Besucher ein altes Amphitheater, Türme und Thermengebäude besichtigen. Auf den Spuren der Römer zu wandeln, hat Fotograf Moritz ebenso gefallen wie der Besuch auf dem Mittsommerfest in der historischen Altstadt.
Wer während des Ladens aktiv sein möchte: Gleich am Standort mit seinen acht Ladepunkten gibt es einen Kinderspielplatz, eine Kneippanlage, Tretboote und ein Restaurant. Falls Sie den Xantener Südsee während des Ladens zu Fuß umrunden wollen, sollten Sie zügig joggen: Der Weg ist mehr als sieben Kilometer lang – und Ihr Auto garantiert vollgeladen, wenn Sie zurück sind.
Werl: Schnellladen während des Wocheneinkaufs
Ein großer Vorteil von Elektroautos: Sie laden nebenbei. Niemand muss dauerhaft den Stecker halten oder den Ladevorgang überwachen. Im westfälischen Werl haben es E-Autofahrende besonders praktisch: Während sie im Supermarkt den Einkauf erledigen, können bis zu 12 Fahrzeuge am Deutschlandnetz-Standort von Fastned zeitgleich schnellladen.
Wer den Kühlschrank voll hat, kann alternativ einen Ausflug in die Tierwelt unternehmen: Gleich nebenan flitzen braune und weiße Freilandhühner über die Wiese. Auch für Touristinnen und Touristen ist Werl ein beliebtes Ziel. Die Stadt ist ein bekannter Wallfahrtsort. In der Basilika Mariä Heimsuchung beten Gläubige die Madonnenfigur „Trösterin der Betrübten“ an.
Mehringer Höhe: Schnellladen und ausruhen auf der Aussichtsplattform
Wenige Kilometer von Trier entfernt befindet sich ein besonderer Autobahnparkplatz. Auf der Mehringer Höhe können Reisende nicht nur rasten, sondern auf einer eigenen Aussichtsplattform hinab auf die Mosel blicken. Ein Glück für Menschen mit Elektroauto: TotalEnergies hat hier sechs Deutschlandnetz-Ladepunkte errichtet. Wie überall im Deutschlandnetz können Nutzerinnen und Nutzer nicht nur über Ladekarten und Apps bezahlen, sondern auch direkt per Kredit- und Girokarte.
Bundesweit erhalten 200 Parkplätze, die zur Autobahn GmbH gehören, Schnellladesäulen im Rahmen des Deutschlandnetzes. Wer auf der Mehringer Höhe lädt, kommt dann nicht nur problemlos weiter bis Stuttgart oder Köln. Auch das direkte Umland lädt zum Verweilen ein.
Die Römische Weinstraße bietet viele Ausflugsziele und Gelegenheiten, jene Rebsorten zu kosten, denen die Region ihren Weltruhm verdankt. Entlang der Mosel locken zahlreiche Wander- und Radwege, die teils schon von der Ladestation aus zu sehen sind. Für Fotograf Moritz geht es mit voller Batterie weiter – auf seine längste Tour: nach Süddeutschland.
Schwangau: Schnellladen mit Blick auf Berge und Neuschwanstein
Das Schloss Neuschwanstein ist in aller Welt bekannt. Wer am Deutschlandnetz-Ladepark in Schwangau Halt macht, kann das Schloss oben am Berg erspähen. Rund um die Ladesäulen, betrieben von der BayWa, erheben sich Tegelberg, Säuling, Hochplatte und weitere Gipfel der Ammergauer Alpen.
Doch die spektakuläre Aussicht am Ladepark ist nicht alles. Gleich neben dem Parkplatz befinden sich die Tourist Information, eine Backstube und ein Minigolfplatz. Wer einkehren möchte, findet im Schlossbrauhaus und dem zugehörigen Biergarten den richtigen Platz. Die Schnellladesäulen füllen die Batterien von bis zu acht Fahrzeugen gleichzeitig so schnell, dass die Weiterfahrt spätestens nach der Hauptspeise möglich ist. Wobei Fotograf Moritz diesen Ort nur ungern wieder verlassen hat.
Deutschland, deine Ladeparks: das Fazit des Fotografen
Jedes Jahr im Sommer führt die Tour de France rund 3.300 Kilometer mit dem Rad durch die schönsten Regionen der Grande Nation. Fotograf Moritz Högemann ist ähnlich weit für uns gefahren und war in den unterschiedlichsten Regionen Deutschlands unterwegs. Er hat dabei viel erlebt und entdeckt. Was ihn überrascht hat: wie viele schöne, ihm bis dato unbekannte Orte es in Deutschland gibt. „Und wie gut es mit dem Fahren und Laden funktioniert hat.“ Was er festgestellt hat: wie angenehm regelmäßige Ladepausen sind. „Man fährt nicht so lange Strecken am Stück und dadurch viel entspannter.“ Woran er sich erst gewöhnen muss: wie leise es im E-Auto ist. „Ich bin es gewohnt, Wind- und Motorgeräusche zu hören, gerade bei höheren Geschwindigkeiten.“ Woran er sich erinnert: die Sonnenuntergänge über der Mosel und den Ammergauer Alpen, die netten Begegnungen auf der Fahrt. Was er sich gut vorstellen kann: „Den nächsten Roadtrip im E-Auto – dieses Mal nach Portugal.“
Ladestau? So gut sind Urlaubsregionen für E-Mobilität ausgestattet
In vielen Ferienorten befinden sich zur Hochsaison deutlich mehr Gäste als Einwohnende. Sie reisen immer häufiger mit dem E-Auto an. Ist die Infrastruktur darauf vorbereitet?
Deutschlandnetz-Standorte entstehen in vielen touristischen Gebieten. Neue Schnellladepunkte sind etwa in Niebüll geplant, Abfahrtsort der Autozüge nach Sylt.
Auch im Allgäu sind diverse Deutschlandnetz-Standorte in Betrieb oder im Bau. Auf Fehmarn liefern Ladesäulen ebenfalls bis zu 400 kW. Auf Rügen und Usedom folgen Standorte, an den Zufahrten zu den Inseln sind Ladeparks in Betrieb.
Schon Anfang 2023 gaben 42 Prozent der deutschen Tourismusbetriebe an, Ladepunkte zu haben. 38 Prozent gaben damals an, Ladeinfrastruktur zu planen oder zu erweitern. Dies war das Ergebnis einer Umfrage der Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur mit dem Deutschen Tourismusverband.